Rootless Resident / Yerli Yurtsuz + You don't look nothing alike

Fr 13.11.
18:45

You don't look nothing alike + Rootless Resident von Riza Oylum

 

Kurzfilm: You don't look nothing alike von Eva Świątkowski, 27 Min, OmdU

Sie schaut sich mit ihrem Stiefvater um. Sanfte Hügel, niedrige Vegetation, trockener Boden, Ruinen von Häusern aus den 1970er Jahren. Ali Ekber Vural ist einst von hier aus nach Deutschland aufgebrochen. Damals vergrub er sein Fernglas mit den Zeiss-Linsen und fand es nie wieder. Jetzt nimmt die Kamera seiner Stieftochter alles genau unter die Lupe. Dêrsim – ein Name, der von der Landkarte der Türkei verschwunden ist, doch in den Erinnerungen vieler Menschen weiterlebt. Die Region, einst Zufluchtsort für Kurden und Aleviten, wurde 1935 im Rahmen eines nationalen Homogenisierungsprozesses in „Tunceli“ umbenannt. Diese Landschaft war Zeuge staatlicher Gewalt, Zwangsumsiedlungen, Massakern, Folter, Assimilationspolitik und der mangelnden Aufarbeitung all dessen. „Kannst du dir vorstellen, dass ein solcher Mann aus diesem Umfeld kommt und sich in Deutschland integriert?“, fragt Ali. Eine erzählte Zusammenfassung seines Lebens, die mit der geflüsterten, verbotenen Sprache seiner Kindheit beginnt und zu der komplexen Diaspora-Erfahrung in der neuen Heimat führt, wo er, um es ganz offen zu sagen, im Regen stehen gelassen wurde. Man muss dort gewesen sein, um zu verstehen, was passiert ist. Vielleicht wird dann eine neue, gemeinsame Sichtweise möglich sein.

 

Rootless Resident / Yerli Yurtsuz von Riza Oylum, 61 Min, OmeU

Der Doku­men­tar­film begleitet den in der Provinz Mardin geborenen Schmied Yervant Demirci auf seiner Reise durch das komplexe Geflecht armenisch-türkisch-kurdi­scher Iden­ti­täten in der Türkei und in Armenien. Yervants sprach­li­cher Weg beginnt mit Kurdisch, setzt sich mit Türkisch beim Eintritt in die Schule fort und führt ihn schließ­lich zurück zu seinen arme­ni­schen Wurzeln, indem er versucht, seine Mutter­sprache neu zu erlernen. Demirci bemüht sich, über zwei Länder und drei Städte hinweg mit seinem kultu­rellen Erbe zu verbinden – trotz der sprach­li­chen und kultu­rellen Grenzen, die ihn als „kurdisch-armenisch“ und „türkisch-armenisch“ defi­nieren. (...) 

Die Bilder sind geprägt von histo­ri­schen und poli­ti­schen Symbolen: von Deriks Wandel von einer einst mehr­heit­lich arme­ni­schen Region zu einer kurdisch geprägten Stadt, über die lebendige arme­ni­sche Gemein­schaft im Istan­buler Stadtteil Samatya bis hin zur ruhigen Land­schaft von Ayntap in Armenien.« (Türkische Filmtage München 2026)

RegieRiza Oylum
Besetzung Yervant Demirci
ProduktionTR/KRD/ARM 2025
Länge88 Min
SprachfassungOmdU/OmeU

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